Lucas_Cranach


Lucas Cranach der Ältere
Lucas Cranach d. Ä. gilt bis heute als einer der bedeutendsten und produktivsten Maler der Neuzeit. Schon zu seinen Lebzeiten lobte man die Qualität seiner Werke und die Effizienz seiner Werkstatt.
Frühe Jahre in Kronach und Wien
Lucas Cranach d. Ä. wurde vermutlich 1472 im fränkischen Kronach als Sohn des Hans Maler geboren. Dessen Nachname könnte einen Hinweis auf den Berufsstand des Vaters geben, bei dem Lucas wohl auch die erste Ausbildung erfahren hat.
Die frühen Jahre des Lucas Cranach liegen weitgehend im Dunkeln. Lediglich im Zusammenhang mit einer Beleidigungsklage seines Vaters gegen den Ratsherrn Kunz Donat und dessen Familie wird sein Name 1495 bis 1498 im Gerichtsbuch der Stadt Kronach kurz greifbar. Aus den Gerichtsakten geht immerhin hervor, dass sich der junge Cranach zeitweise außerhalb Kronachs aufhielt. Die Stationen seiner vermutlichen Wanderschaft hingegen lassen sich leider nicht mehr nachverfolgen. Es spricht einiges dafür, dass sich der junge Künstler schon bald nach dem Verlassen Kronachs nach seiner Geburtsstadt benannt hat.
Biografisch fassbar wird Lucas Cranach erst wieder um das Jahr 1500 in Wien. Sowohl die überlieferten Lateinkenntnisse des nun knapp 30-Jährigen, als auch der Umstand, dass er bald schon Anschluss an das dortige Gelehrtenmilieu fand, von dem er zudem die ersten Porträtaufträge erhielt, deuten darauf hin, dass er vor seiner Wiener Zeit selbst an einer Universität immatrikuliert gewesen sein könnte.
Seine frühesten erhaltenen Werke kennzeichnet eine energisch bewegte, farbintensive Formensprache. Eindrucksvoll führt dies seine dramatisch in Schrägansicht gestaltete Kreuzigungsdarstellung (1503) in der Alten Pinakothek in München vor Augen. Die detaillierte, expressive Ausarbeitung des landschaftlichen Hintergrunds lässt auf eine Nähe Cranachs zu den Meistern der Donauschule schließen.
Aufstieg zum Hofmaler in Wittenberg
1505 wurde Lucas Cranach d. Ä. von Kurfürst Friedrich dem Weisen als Hofmaler nach Wittenberg berufen. Neben der Anfertigung von Porträts und Gemälden sakraler und profaner Thematik umfasste dieses Amt ein weites Spektrum an künstlerischen Aufgaben: Das Entwerfen von Medaillen, Wappen, Kostümen und Festdekorationen gehörte ebenso dazu, wie das Bemalen von Schlitten und Wagen oder das Fassen von Möbeln. Ein Grundgehalt von 100 Gulden im Jahr erhielt er für seine stete Einsatzbereitschaft und Präsenz bei Hofe. Die tatsächlich erbrachten Leistungen wurden zusätzlich bezahlt. Cranach sollte dieses Amt fast 50 Jahre lang unter drei Fürsten ausführen.
Im Jahr 1508 wurde dem Hofkünstler von seinem Dienstherrn ein Wappen verliehen, das eine gekrönte Schlange mit Fledermausflügeln und einem Rubinring im Maul zeigt. Seitdem nutzte es Cranach als Signet seiner Werke.
Wohl 1512 heiratete der Künstler Barbara, die Tochter des Gothaer Ratsherren Brengbier. Die Hochzeit fand vermutlich in der Vaterstadt der Braut statt. Aus dieser Verbindung gingen insgesamt fünf Kinder hervor. Die erstgeborenen Söhne Hans und Lucas arbeiteten später ebenfalls in der väterlichen Werkstatt. Spätestens ab 1520 betrieb der Hofmaler Cranach die einzige Apotheke Wittenbergs; zudem besaß er zahlreiche Immobilien. 1528 war er der reichste Bürger der Stadt. Welches Ansehen er genoss, zeigte sich auch in seiner Wahl zum Bürgermeister in den Jahren 1537, 1540 und 1543. Von 1519 bis 1549 war Cranach stetiges Ratsmitglied.
Neben der Ausstattung zahlreicher Kirchen mit Altargemälden nahmen sowohl Bildnisaufträge hochgestellter Persönlichkeiten als auch mythologische und allegorische Szenen großen Raum im Schaffen des Malers und seiner Werkstatt ein. Vor allem mit weiblichen Akten, wie der vielfach und variantenreich wiederholten Darstellung der Göttin Venus mit dem Amorknaben, bediente Cranach den Geschmack des Publikums. Seine Frauengestalten mit ihrer eleganten, überschlanken Grazie sind bis heute unverwechselbar; sie kommen dem heutigen Schönheitsideal verblüffend nahe.
Cranachs herausragende Stellung innerhalb der zeitgenössischen Künstlerschaft lässt sich anhand eines Auftrags besonders gut einordnen: Kaiser Maximilian beauftragte ihn 1514, sein Gebetbuch mit Randzeichnungen auszustatten – an der Seite so bedeutender Maler wie Albrecht Dürer, Hans Burgkmair oder Albrecht Altdorfer.
Cranach und Luther
Eine besonders wichtige Rolle spielte Lucas Cranach der Ältere als Maler für protestantische Auftraggeber. So lieferte er bereits 1519 die Holzschnitt-Illustrationen für das erste protestantische Flugblatt. Er gab dem führenden Kopf der Reformation, Martin Luther, gleichsam „ein Gesicht.“ Wie kein anderer prägte Cranach mit seinen in großer Zahl produzierten Luther-Bildnissen, die den Imagewandel vom Augustinermönch zum wohlbestallten, verheirateten Reformator nachvollziehen, bis heute unsere Vorstellung von Aussehen und Wesen Luthers. Darüber hinaus besorgte Cranach die Drucklegung von Luthers Bibelübersetzung. In seinen Werken schuf er eine Bildsprache, die sich explizit protestantischen Themen wie der Erlösung nach dem Sündenfall annahm. Der Reformationsaltar aus dem Jahr 1539 in St. Wolfgang in Schneeberg ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel.
Aber auch auf persönlicher Ebene standen sich Luther und Cranach nahe. So war der Maler Trauzeuge bei der mehr als umstrittenen Eheschließung Luthers mit Katharina von Bora; dieser wiederum war Pate von Cranachs jüngster Tochter Anna. In den Kunstsammlungen auf der Wartburg bei Eisenach legen die charaktervollen Porträts der Eltern Martin Luthers aus dem Jahr 1527 Zeugnis von der engen Verbindung der beiden Familien ab.
Wie viele Künstler der Umbruchszeit zu Beginn des 16. Jahrhunderts bedienten Cranach und seine Werkstatt jedoch weiterhin auch altgläubige Auftraggeber, wie die umfangreichen Arbeiten für Kardinal Albrecht von Brandenburg bezeugen. Für die Stiftskirche in Halle lieferte Cranach nicht weniger als 156 Gemäldetafeln – wohl einer der umfangreichsten Aufträge der deutschen Kunstgeschichte. Es spricht für den Geschäftssinn des Malers, dass er sich nicht auf ein bestimmtes Klientel festlegte.
Letzte Lebensjahre
Lucas Cranach d. Ä. war durch sein Hofamt während seiner gesamten Karriere eng mit den sächsischen Kurfürsten verbunden. Friedrich der Weise hatte Cranach nach Wittenberg geholt, auch seine Nachfolger Johann der Beständige und Johann Friedrich der Großmütige behielten ihn in ihren Diensten. Nach der Schlacht bei Mühlberg 1547, in der die protestantischen Fürsten, die sich im Schmalkaldischen Bund zusammengefunden hatten, eine Niederlage erlitten, geriet Johann Friedrich in die Gefangenschaft des habsburgischen Kaisers Karls V. Nach anfänglichem Zögern folgte der betagte Maler seinem Dienstherren 1550 ins Exil nach Augsburg und Innsbruck.
Drei Jahre später, am 16. Oktober 1553, verstarb Lucas Cranach d. Ä. im Alter von 81 Jahren in Weimar, wohin Johann Friedrich, nach seiner Restitution durch den Kaiser, übergesiedelt war. Cranach wurde auf dem Jakobsfriedhof beigesetzt. Das Wohnhaus seiner letzten Lebensjahre und seine Grabstätte können bis heute in Weimar besichtigt werden.
Quelle: http://wege-zu-cranach.de/die-malerfamilie-cranach.html

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